Fachkonferenz der Verbraucherzentrale weist Probleme bei grenzüberschreitender Rechtsdurchsetzung nach
"Jedes Verbraucherrecht ist so effektiv wie die Möglichkeit seiner Durchsetzung. Die Erhebungen, die im Rahmen unseres gemeinsamen Forschungsprojekts durchgeführt wurden, zeigen, dass sowohl im Bereich der Gesetzgebung als auch in der Anwendung nach wie vor großer Handlungsbedarf besteht", so Kamil Pluskwa-Dąbrowski, Vorsitzender der Federacja Konsumentów auf der Veranstaltung. Umfangreiche Befragungen von Verbrauchern sowie Richtern hatten ergeben, dass Verbraucher die Rechtsdurchsetzung insbesondere auf Grund sprachlicher Hürden oft scheuen. Darüber hinaus verringern niedrige Streitwerte die Motivation, sich mit seinen Rechten auseinanderzusetzen.
"Je komplizierter die Durchsetzung von Rechten vor Gerichten, umso wichtiger wird die Entwicklung von Instrumenten der alternativen Konfliktlösung. Das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum der Verbraucherzentrale Brandenburg nimmt hier eine besondere Vorreiterrolle ein, da es Verbrauchern unbürokratische und niedrigschwellige Hilfe bei Ärger mit Händlern bietet", unterstrich Jochen Resch, Vorsitzender der Verbraucherzentrale Brandenburg.
Die zweisprachigen Juristen des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums kennen sich in beiden Rechtssystemen aus und bieten Verbrauchern außergerichtliche Rechtsvertretungen an. Darüber hinaus leisten sie Information und Beratung, um Problemen vorzubeugen.
Die Fachkonferenz "Vor Gericht im Nachbarland?" wird im Rahmen eines durch die Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission geförderten Projektes durchgeführt. Ziel des Projektes ist die Evaluierung rechtlicher Möglichkeiten grenzüberschreitender Rechtsdurchsetzung sowie deren tatsächliche Anwendung durch Verbraucher.
8.5.2014