Informationen und Beratungen zu Verbraucherrechten in der Grenzregion sind sowohl durch deutsche als auch durch polnische Verbraucher nachgefragt. Katarzyna Trietz vom Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum zieht Bilanz nach fünfjähriger Arbeit.
Das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum berät deutsche Verbraucher bereits seit fünf Jahren zur Rechtslage beim polnischen Nachbarn. Seit 2009 werden auch polnische Verbraucher zu grenzüberschreitenden Problemen beraten und außergerichtlich vertreten.
Geht es beispielsweise um fehlerhaft gelieferte Treppen oder Zäune aus Polen, Reklamationen nach Internetgeschäften, um die Frage der Kostenerstattung einer in Polen vorgenommenen Zahnarztbehandlung oder Beratung und Information bei der Vermittlung von Pflegekräften, so werden die zweisprachigen Juristen des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums um Hilfe gebeten.
„Die Beratungsangebote werden längst nicht nur von Verbrauchern aus der direkten Grenzregion, sondern aus der gesamten Bundesrepublik in Anspruch genommen“, berichtet Leiterin Katarzyna Trietz. Bei polnischen Verbrauchern hat die Beratungsnachfrage zur Reklamation und Vertragsabwicklung in Deutschland stark zugenommen. Schwerpunkte sind hierbei Fragen zum Reiserecht, Onlineshopping und zum Gebrauchtwagenkauf. Jährlich werden durchschnittlich knapp 2500 Anfragen von Verbrauchern rund um das Thema „Einkauf und Dienstleistungen im Nachbarland“ beantwortet.
„Mittlerweile bieten wir Verbrauchern darüber hinaus einen weiteren kostenlosen Service in Form von Informationsbroschüren und Flyern an“, so die Juristin. Auf der Internetseite des Zentrums http://www.konsument-info.eu/de/ sind zudem Preisvergleiche von ausgewählten Produkten und Dienstleistungen aus der Grenzregion zu finden. Fachkonferenzen sowie Vorträge an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zu ausgewählten Verbraucherthemen in der Grenzregion runden das vielfältige Angebot ab.
Das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum wird als Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentrale Brandenburg und der polnischen Verbraucherschutzorganisation Federacja Konsumentów aus Mitteln des EU-Förderprogramms Interreg IVa mitfinanziert. Beide Partner streben derzeit die Verfestigung des Angebots auch über die Programmlaufzeit hinaus an. Dabei erfahren sie eine starke Unterstützung durch das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Einen zusätzlichen Beitrag zur Unterstützung der grenzüberschreitenden Verbraucherberatung soll der kürzlich gegründete Förderverein leisten.
24.11.2011