Auswertung der Konferenz und Perspektiven
Die Teilnehmer einer deutsch-polnischen Fachkonferenz am 27. Oktober in Frankfurt (Oder) rechnen mit einem Aufschwung des gemeinsamen Marktes vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich, wenn ab Mai 2011 die Dienstleistungsbeschränkungen fallen. Damit wird auch der unabhängige Beratungsbedarf durch das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum wachsen.
Prominente Wissenschaftler und Verbraucherschützer aus Deutschland und Polen diskutierten auf Einladung des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums am 27. Oktober in Frankfurt (Oder) über die Auswirkungen der Dienstleistungsfreiheit ab Mai 2011 auf den Markt in der Grenzregion. Unter dem Motto „Grenzenlose Dienstleistungen im deutsch-polnischen Wirtschaftsraum – Auswirkungen für Unternehmer und Verbraucher“ nahmen die Teilnehmer eine Standortbestimmung des deutsch-polnischen Verbraucherschutzes vor und entwickelten verbrauchergerechte Perspektiven.
Hochkarätige Referenten und Gäste aus Verbraucherschutz, Wissenschaft, Politik und Behörden setzten Akzente. So unterstrich der brandenburgische Verbraucherschutz-Staatssekreter Daniel Rühmkorf in seinem Grußwort, dass der zunehmende grenzüberschreitende Dienstleistungsverkehr auch einen erhöhten Beratungsbedarf nach sich ziehen wird. Dr. Ewold Seeba vom Bundesgesundheitsministerium begrüßte die Vertiefung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheitsdienstleistungen, da dies seines Achtens nach die Gesundheitsversorgung der Bürgerinnen und Bürger beiderseits der Oder verbessern würde. Przemyslaw Karg von der Stadtverwaltung Slubice betonte, dass in der Grenzregion die Dienstleistungsfreiheit bereits praktiziert wird und erhofft sich durch die Schaffung rechtlich verbindlicher Rahmenbedingungen für die Zukunft eine ausgeglichene und dauerhafte Entwicklung sowie bessere Lebensqualität in den Grenzregionen und darüber hinaus.
Nach den Erfahrungen des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums nutzen Verbraucher beider Länder die Vorteile des gemeinsamen Binnenmarktes immer häufiger für sich. Unmittelbar in der Grenzregion trifft das vor allem auf den Dienstleistungsbereich mit den vielfältigen Angeboten zu. In den Diskussionsbeiträgen wurde deutlich, dass die Teilnehmer der Konferenz mit dem Wegfall der Beschränkungen der Dienstleistungsfreiheit einen starken Aufschwung für die Marktentwicklung beiderseits der Oder erwarten - zumal gleichzeitig die Beschränkungen im Bereich der Arbeitnehmerfreizügigkeit wegfallen werden. Daher wird auch der Bedarf an kompetenter Beratung von unabhängiger Seite wachsen, die das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum mit den zweisprachigen Rechtsberatern leistet.
28.10.2010