Vorsicht bei Kaffeefahrten

Das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum (VIZ) der Verbraucherzentrale Brandenburg warnt vor einem betrügerischen Kaffeefahrt-Veranstalter. Das Unternehmen „Pro Salute Service“ wollte einer Verbraucherin ihr Widerrufsrecht nicht gewähren und reagierte auch nicht auf Schreiben. Nun bleibt der Verbraucherin nur eine Strafanzeige – ihr Geld ist wahrscheinlich verloren. Die Verbraucherzentrale Brandenburg rät generell von der Teilnahme an Kaffeefahrten ab.

Eine besorgte Verbraucherin, die vor einiger Zeit an einer Verkaufsveranstaltung teilgenommen hatte, wendete sich an das VIZ. Denn bei der Kaffeefahrt war sie dazu überredet worden, eine Rheuma-Bettauflage sowie weitere Waren für über 1.000 Euro zu erwerben. Zwar bekam die Verbraucherin eine Rechnung mit einer Widerrufsbelehrung. Als sie am nächsten Tag den Kauf bereute und widerrufen wollte, musste sie jedoch feststellen, dass auf der Rechnung eine Firma mit Sitz im polnischen Poznań als Verkäufer ausgewiesen wurde. Sie schickte ihren Widerruf per Einschreiben mit Rückschein nach Polen und forderte ihr Geld zurück. Obwohl der Brief entgegengenommen wurde, kam keine Antwort zurück.

Die Firma ist in Polen seit 2014 offiziell angemeldet. Außer der Anschrift sind von der Firma keine weiteren Kontaktdaten auffindbar. „Selbst der polnische Ombudsmann konnte nichts erreichen“, berichtet Dr. Katarzyna Trietz, Leiterin des VIZ. So blieb den Verbraucherschützern nur übrig, der Verbraucherin zu einer Strafanzeige zu raten.

„Von der Teilnahme an Kaffeefahrten raten wir generell ab“, warnt Trietz. „Sehr oft werden bei solchen Veranstaltungen überteuerte und völlig nutzlose Waren verkauft. Zwar steht den Verbrauchern in solchen Fällen ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu. Allerdings zeigt die Praxis, dass dubiose Kaffeefahrtveranstalter die getätigten Zahlungen außergerichtlich nicht erstatten.“

 

15.09.2016

 

Design Dejan Karganović